Montessori

Wie wir miteinander lernen, die Grundzüge der Montessori-Pädagogik

  • Das Kernstück der Montessori - Pädagogik ist die Freiarbeit. In unseren Klassenräumen sind geeignete und ansprechende Materialien, die ein eigenständiges und planorientiertes Arbeiten ermöglichen. Diese Materialien sind vorwiegend auf Selbstkontrolle aufgebaut, die Lehrperson steht unterstützend zur Seite.
  • Die Kinder haben die Möglichkeit, in der täglichen Freiarbeit (zwei Stunden) nach freier Wahl Inhalt (Deutsch, Mathematik, Kosmische Erziehung), Material und Lernpartner zu wählen. Der Umgang mit den neuen Medien wird in der Freiarbeit integriert.
  • In die Freiarbeit finden Lernberatung und individuelle Förderung statt. Im Sesselkreis werden die Arbeiten reflektiert und auch vorgestellt. Die Lehrperson gibt Einführungen in die Materialien, begleitet und beobachtet die Schüler auf ihrem Lernweg.
  • Nach Abschluss seiner Arbeit räumt das Kind den Arbeitsplatz auf und stellt Materialien und Teppich auf ihren Platz, sodass sie für andere Kinder wieder bereitstehen. Während der Freiarbeit bewegen sich die Kinder leise im Raum und bemühen sich, sich untereinander im Flüsterton zu verständigen und so andere bei ihrem Tun nicht zu stören.
  • Lehrausgänge, Projekte, Kontakte zu außerschulischen Einrichtungen ergänzen den Unterricht in der Klasse. 
  • Gebundener Unterricht: die Fachbereiche Musik, Kunst und Technik, Naturkunde-Geschichte-Geographie, Religion, Italienisch und Englisch werden auch in gebundener Form angeboten.

 

Gemeinschaft erleben, soziales Verhalten einüben

Sesselkreis

Der gemeinsame Sesselkreis, der häufig am Morgen, vor und/oder nach der Freiarbeitsphase stattfindet, dient der Planung, der Reflexion, der Vorstellung der eigenen Arbeit und des Meinungsaustausches untereinander.

 

Stille-Übungen

Um zur Ruhe und Stille zu finden, brauchen Kinder Führung. In den Stilleübungen findet das Kind zu innerer Ruhe und zur Bereitschaft sich auf Neues einzulassen.

 

Rituale

Verschiedene Rituale geben den Kindern Sicherheit und Struktur (Geburtstagsritual, Sesselkreis, Einführungen, …)

 

Wahlbereich

Es werden Einheiten in verschiedenen Bereichen klassenübergreifend angeboten, die nach Möglichkeit den Interessen und Stärken der Kinder entgegenkommen. Der Besuch ist freiwillig, bei Meldung ist die Teilnahme verpflichtend.

 

Hausaufgaben

  • Die Lehrperson richtet sich auch in diesem Bereich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder aus. Die Kinder suchen sich selbst Übungen aus, die in Absprache mit der Lehrperson für den Lernzuwachs wichtig sind.

 

Zusammenarbeit Elternhaus – Schule

  • Die Schule wird von Schülern, Lehrern und Eltern getragen. Einen großen Stellenwert in der Montessori-Pädagogik hat deshalb die Elternarbeit. 
  • Die Eltern werden in regelmäßigen Abständen über die Lernfortschritte ihrer Kinder informiert.
  • An mehreren Elternabenden werden den Eltern Ziele und Lerninhalte präsentiert. Materialien werden vorgestellt und ausprobiert, gemeinsame Vorhaben werden besprochen. Auch Stilleübungen finden immer wieder Platz. An den Sprechtagen und in den individuellen Lehrersprechstunden werden sie über die Lernfortschritte der Kinder informiert. Durch Klassenhospitationen gewähren wir Einblicke in unsere Pädagogik. In verschiedenen gemeinsamen Projekten bringen sich immer wieder Mütter und Väter als Experten ein.

 

 

Maria Montessori

Maria Montessori (1870–1952) ist eine der interessantesten und faszinierendsten Persönlichkeiten Italiens. Als erste italienische Frau studierte sie Medizin und erwarb den Doktortitel. Danach spezialisierte sie sich auf Kindermedizin und Psychiatrie. Neben ihrem Engagement für die Rechte ausgebeuteter und geistig behinderter Kinder studierte sie Psychologie und Philosophie. Ihre ersten pädagogischen Versuche unternahm sie im Elendsviertel von Rom. Reisen und Lehrkurse führten sie später fast um die ganze Welt. Sie sah das Kind als einen eigenständigen Menschen und schuf ihre Pädagogik als Hilfe für das Kind, sich selbst zur Persönlichkeit zu entwickeln.

 

Grundzüge der Montessori-Pädagogik

Die Montessori-Pädagogik versteht sich als Hilfe für das Kind. Sie möchte es bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit unterstützen. Um dies umzusetzen, ist eine vorbereitete Umgebung notwendig. Offene Regale, in denen die Materialien klar geordnet sind, laden zum selbständigen Arbeiten ein. Durch die freie Wahl der Beschäftigung kann das Kind seine sensiblen Phasen besser nutzen. Sensible Phasen sind Zeiträume, in denen es für die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten besonders empfänglich ist. Ebenso fördert die freie Wahl der Tätigkeit die Konzentration. Häufig ist eine außergewöhnliche Vertiefung des Kindes in seine Arbeit zu beobachten. Maria Montessori bezeichnet dies als Polarisation der Aufmerksamkeit. Sie geht davon aus, dass dieser Zustand das aktive Lernen des Kindes fördert.Die Erzieherin fungiert als Vermittlerin zwischen Kind und Umgebung. Sie bereitet die Umgebung vor und zeigt dem Kind den Umgang mit dem Material. Wann immer möglich, zieht sie sich zurück, ist aber stets bereit, dem Kind zu helfen „es selbst zu tun“. Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit stehen immer die individuellen Bedürfnisse des Kindes und seine Entwicklung zur Selbständigkeit.

 

Weitere Informationen über die Montessori-Pädagogik und unsere Schulstelle: