Montessori



Grundschule Bruneck mit Montessori Ausrichtung

An der Grundschule „Josef Bachlechner“, welche eine von mehreren Mittelpunktschulen in Südtirol ist, wird seit 2003 nach den Grundsätzen der Montessori Pädagogik gearbeitet.  In diese Mittelpunktschule dürfen Kinder aus dem gesamten Einzugsgebiet des Pustertals eingeschrieben werden.

An der Schule gibt es ab dem Schuljahr 2020/2021 vier jahrgangsgemischte Lerngruppen, die sich aus Kindern eines jeden Jahrganges (1. bis 5. Klasse) zusammensetzen. Die Lerngruppen haben eine maximale Größe von 25 Kindern.

Die Unterrichtszeiten sind von Montag bis Freitag 7.45 Uhr - 12.40 Uhr; Am Dienstag und Donnerstag findet am Nachmittag Unterricht statt (Kinder des ersten Schuljahres haben nur am Dienstagnachmittag Unterricht). Die Rahmenrichtlinien des Landes und das Curriculum des Schulsprengels sind für die Schule bindend. Ebenso entsprechen die Bewertungsrichtlinien den gesetzlichen Bestimmungen der öffentlichen Schule.

Grundsätze der Montessori-Pädagogik

Die Montessori-Pädagogik versteht sich als Methode, Kinder dabei zu begleiten, verantwortungsvolle Erwachsene zu werden, die sich den Anforderungen der Zukunft stellen. Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stehen die individuellen Bedürfnisse des Kindes und seine Entwicklung zur Selbstständigkeit.

  • Freiarbeit und vorbereitete Umgebung

Das Kernstück der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit. Diese ist als zentrales Element im Stundenplan verankert und ermöglicht dem Kind fächerübergreifend selbstständiges Arbeiten. Lerninhalt, Material, Arbeitsplatz sowie Lernpartner/Lernpartnerin können frei gewählt werden. Dies geschieht im Rahmen vereinbarter Regeln und Strukturen, welche der gesamten Lerngruppe Sicherheit und Orientierung geben. Voraussetzung für die Freiarbeit ist die vorbereitete Umgebung, die mit Montessori-Materialien ausgestattet ist und dem Kind vielfältige Lernmöglichkeiten bietet. Auch der Umgang mit den digitalen Medien wird in die Freiarbeit integriert.

Lehrausgänge, Projekte, Kontakte zu außerschulischen Einrichtungen, Vereinen und Persönlichkeiten ergänzen den Unterricht in der Klasse. Gemeinsame Sesselkreise dienen der Planung, dem Meinungsaustausch, der Reflexion sowie der Präsentation der Arbeitsergebnisse. In gemeinsamen Übungen zur Achtsamkeit erfahren Kinder den Wert der Stille, finden zur Ruhe und können sich so wieder auf Neues einlassen.

  • Jahrgangsgemischtes Lernen

In der Montessori-Pädagogik ist die Mischung mehrerer Jahrgänge in einer Lerngruppe ein grundlegendes Prinzip, das auch an der Montessori-Mittelpunktschule in Bruneck ab dem Schuljahr 2020/21 umgesetzt wird:

Nach Maria Montessori wirkt sich die Jahrgangsmischung positiv auf die kognitive und soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler aus. Folgende Gründe sprechen für die Jahrgangsmischung:

  - Individuelle Lernfortschritte

Die Freiarbeit ermöglicht in der jahrgangsgemischten Lerngruppe eine Differenzierung nach Interesse, Lernfähigkeit und Lerntempo. Durch das Arbeiten miteinander werden Lerninhalte vertieft, wiedergegeben und auf sprachlich kindgerechte Weise vermittelt. Da sich die Denkweise und Sprache der Kinder oft näher ist als die zwischen Erwachsenen und Kindern, können Kinder noch besser von- und miteinander lernen.

- Soziales Lernen

Die Achtung und Wertschätzung der Anderen stehen im Vordergrund und werden von Lehrpersonen und Schülern gemeinsam gelebt. In der jahrgangsgemischten Lerngruppe entsteht ein natürliches Helfersystem bei dem jedes Kind im Laufe seiner Schulzeit - in der Rolle des jüngeren Kindes - Hilfe annehmen - und in der des älteren - Hilfe geben kann. Jüngere Kinder finden sich durch das Vorbild älterer Schüler rascher im Schulleben zurecht.

Das Lernen in der Gruppe unterstützt den Erwerb der Kommunikations-, der Reflexions- sowie der Kooperationskompetenz und fördert neben der kognitiven Entwicklung auch die Persönlichkeitsentwicklung.

Die Rolle der Lehrperson

Die Lehrperson ist Vermittlerin zwischen Kind und Lerninhalten. Sie bereitet die Lernumgebung vor, gibt Darbietungen und regt zu weiterführenden Aktivitäten an. Nachdem die Verbindung zwischen Kind und Lerninhalt hergestellt ist, zieht die Lehrperson sich zurück. Sie beobachtet und begleitet die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Lernweg und ist stets bereit, ihnen zu helfen, „es selbst zu tun“.

Hausarbeiten

Die Hausarbeiten werden großteils von den Kindern selbst ausgewählt. Sie dienen der Wiederholung und Vertiefung sowie der Weiterführung der Inhalte aus der Freiarbeit.

Zusammenarbeit Elternhaus – Schule

Die Schule wird von Schülern, Lehrern und Elternhaus gemeinsam getragen. Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule hat einen großen Stellenwert.

Die Eltern werden in regelmäßigen Abständen über das Schulgeschehen und über die Lernfortschritte ihrer Kinder Informiert.

An mehreren Elternabenden erhalten Eltern Informationen über Ziele und Lerninhalte; Materialien werden vorgestellt, Vorhaben besprochen. Bei Hospitationen bekommen Eltern Einblick in das Schulleben. An den Sprechtagen und in den individuellen Sprechstunden erfolgt ein Austausch über die Entwicklung des Kindes.

Bewertung und Noten (Leistungsrückmeldung und Leistungsdokumentation)

Die Schüler reflektieren regelmäßig ihr Lernen und erhalten individuelle und differenzierte Rückmeldungen von Lehrpersonen und Mitschülern und Mitschülerinnen. An der Grundschule-Bruneck mit Montessori-Ausrichtung gibt es nur im Halbjahrzeugnis Noten. Während des Schuljahres wird im Sinne der Montessori-Pädagogik auf Noten verzichtet.

Sprachenunterricht: Italienisch – Englisch

In der Unterstufe wird Italienisch teilweise in die Freiarbeit integriert und parallel dazu wird ein „Sprachenlabor“ angeboten. Dabei werden die Kinder von der Sprachlehrperson in Kleingruppen aufgeteilt. Somit wird die Sprachentwicklung durch die Erhöhung der Sprechzeit der einzelnen SchülerInnen nachhaltig gefördert. Außerdem ist es in den Kleingruppen möglich, auf die einzelnen Bedürfnisse sowie auf die unterschiedlichen Niveaus der Kinder einzugehen. Dadurch werden auch die individuellen Voraussetzungen der Kinder besser berücksichtigt und die Ziele individuell gesetzt. Es wird eine Erweiterung des Sprachkönnens und des Sprachwissens gefördert.

Die Kinder des vierten und fünften Schuljahres arbeiten beim Projekt „pronti, partenza, via“ mit. Dabei werden sie nach Jahrgängen getrennt, gemeinsam mit den Kindern der zwei parallelen Regelklassen nach Interessens- und/oder Leistungsgruppen unterrichtet.

Der Englischunterricht findet im vierten und fünften Schuljahr statt.

Religion

Im Rahmen des Religionsunterrichts werden für alle Kinder (auch für die religionsbefreiten) Inhalte aus dem Bereich „Ethik“ angeboten.

Dabei erwerben Kinder auf emotionaler, zwischenmenschlicher, sozialer und philosophischer Ebene vielfältige Kompetenzen. Im Fokus stehen das gemeinsame Gespräch und das Philosophieren mit Kindern. Mit Hilfe unterschiedlicher Methoden setzt sich die Gruppe gemeinsam mit großen Fragen der Menschheit auseinander, wobei die Aspekte des friedlichen Zusammenlebens und der Gemeinschaft einen großen Raum einnehmen.

Im Rahmen der Freiarbeit ist weiterhin curricularer Religionsunterricht in Kleingruppen vorgesehen. Die Inhalte richten sich nach den vorgegebenen Zielen der Rahmenrichtlinien des Landes. Jedes Kind kann vom curricularen Religionsunterricht befreit werden.