Schulgebäude

Geschichtlicher Rückblick

Bis 1923 gehörte Stegen nicht nur kirchlich sondern auch verwaltungsmäßig zur Gemeinde St. Lorenzen. Darum besuchten die Kinder von Stegen bis dahin auch die Grundschule in St. Lorenzen. Im genannten Jahr wurde Stegen eine Fraktion von Bruneck. In den folgenden Jahrzehnten gingen die Schüler daher in die Grundschule von Bruneck. Ende der Sechzigerjahre wuchs die Einwohnerzahl von Stegen stark an, da viele Menschen in den neu erbauten, nahe gelegenen Fabriken Arbeit fanden. Auch die Schülerzahl wuchs und die Bevölkerung wünschte sich eine eigene Schule. Nach unzähligen Anfragen und Bemühungen wurde im Herbst 1973 im 2. Stock der Feuerwehrhalle eine Grundschulstelle mit der ersten und zweiten Klasse (insgesamt 35 Kinder) errichtet. Jahr für Jahr kam die darauffolgende Klasse dazu. Es stand jedoch kein Schulhaus zur Verfügung. Die notwendigen Räume wurden teilweise in verschiedenen Bauernhöfen angemietet, so beim Graf, Langge, Strutzer, Wiesenegg und Kehrer. 1980 mussten aufgrund der steigenden Schülerzahlen (95 Schüler) sechs Klassen errichtet werden. Der Wunsch und die absolute Notwendigkeit, ein eigenes Schulhaus zu bekommen, wurden immer größer. In diesem Jahr wurde dann endlich der Grundstein gelegt. Die Bauarbeiten benötigten mehr Zeit als geplant. Aber im Jänner 1982 war die Freude groß, die Schüler konnten das für sie geschaffene Gebäude beziehen. Die Einweihung erfolgte etwas später. Das Schulhaus wurde „Georg Kaneiderschule“ genannt.

 

Georg Kaneider, nach dem unser Schulhaus benannt ist, betrieb in Stegen die erste Musterweberei des Landes. Die heutigen Kunstwebereien Ulbrich und Franz in Bruneck stammen von dieser ersten Weberei ab. Georg Kaneider, geboren am 10.11.1864 in Onach, gestorben am 18.01.1911 in Stegen, war der Sohn eines Bergbauern. Er beschäftigte sich von Jugend auf mit der Musterweberei auf alten Schaftwebstühlen, die zum Weben von Loden und Leinen bei den Bauern verwendet wurden. Später war er als Weber in Brixen tätig, dann die Webfachschule in Schluckenau/ Böhmen. 1904 kehrte er nach Stegen zurück, wo er das „Hinterhellgütl“ kaufte. In seiner neuen Weberwerkstatt produzierte er hauptsächlich Tischdecken und Möbelstoffe nach eigenen Entwürfen. Die Aufträge waren allmählich so groß, dass er sich Gehilfen verpflichtete. Am 18.Jänner 1911 starb der Meister überraschend schnell durch Typhus.

 

Unser Schulgebäude

Unser Schulhaus ist ein helles, geräumiges Gebäude mit 5 Klassenräumen, einigen  Ausweichräumen, einer Bibliothek, einem Computerraum und einem Lehrerzimmer. Die große Turnhalle befindet sich im angebauten Mehrzweckgebäude. Mit Bildern, Bastelarbeiten und Plakaten wird unser Schulhaus von Schülern und Lehrern stets einladend gestaltet.